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Welpenbegleitung

Viele Jahre besuchten Menschen mit übernommenen Welpen sogenannte Welpenspielgruppen, um den Kleinen dadurch das verlorene Spiel mit ihren Geschwistern ersetzen zu können. Man war überzeugt, den Welpen viele gute Lernerfahrungen zu ermöglichen und man nahm auch an, dass sie durch die vielen anderen Rassen/Mischungen, mit denen sie «spielen» konnten, gut mit Hunden sozialisiert würden. Je mehr Welpen also, desto besser, war vielerorts die Idee.
Weiter nahm man an, dass Welpen in den ersten 16 Lebenswochen so viel wie möglich in der Umwelt erleben müssten, weil danach anscheinend das «Lernfenster» zu gehen würde.

Nun, in den letzten 22 Jahren hat sich durch die endlich intensive Forschung am Haushund einiges geklärt. Diesem aktuellen Wissen trage ich als umsichtige, empathische und realistische Hundeverhaltenstrainerin Rechnung.

Hunde, die mit «Verhaltensstörungen» vorgestellt werden, waren fast immer in Welpenstunden und haben dort ihre ersten, leider oftmals schlechten bis traumatischen Erfahrungen mit anderen Hunden und/oder auch mit dem Menschen (Hundetrainer, Hundebesitzer der falsch angeleitet wurde) gemacht.

Aktuelles Wissen

Biologisch ist es nicht vorgesehen, dass Hundemütter ihre Welpen an Menschen verkaufen. Hunde leben (z.B. Wildhunde, z. Teil auch Strassenhunde) in Familienverbänden. Junge Hunde, die ihren eigenen Weg gehen wollen, wandern in der Adoleszenz ab, um dann vielleicht mit einem neuen Partner eigene Familien zu gründen.

Die Hundemutter zeigt ihren Welpen ab einem gewissen Alter mit Nachdruck und manchmal auch unsanft, dass sie es nicht mehr möchte, wenn die Kleinen mit ihren schon spitzen Zähnchen an den Zitzen saugen.

Die Milch versiegt, nicht aber die Liebe zu ihren Kindern und deren Aufzucht.

Die Nahrung wird von dort an in anderer Konsistenz aufgenommen.

Hunde sind ortsgebunden. Durch die Wegnahme aus dem Wurf verlieren sie ihr erstes Zuhause. Der Verlust von Mutter, Geschwistern und bisherigem Umfeld ist für Welpen seelisch sehr belastend.

Welpen können sich erst ab der 14. Lebenswoche an eine andere Art, sprich den Menschen, binden lernen, wenn sie dies denn auch möchten, resp. wenn der Mensch nach Einschätzung des Welpen die Voraussetzungen überhaupt mitbringt.

Welpen müssen erst Vertrauen entwickeln, um mit dem neuen Menschen das Leben meistern zu können.

Vertrauen wächst, wenn Grundbedürfnisse erfüllt werden. Dazu gehören der liebevolle Umgang, Anwesenheit und körperliche Verfügbarkeit vor allem auch nachts, Nahrung und Wasser, angepasste gemeinsame Unternehmungen im neuen häuslichen Umfeld, Vorhersehbarkeit, Rituale, Einschätzbarkeit, Kommunikationsfähigkeit durch stimmige Stimme und klare, dem Hund verständliche Körpersprache ohne Aggressionen.

Ruhe- und Erholungszeit, Stressabbau und Kontaktliegen sind Eckpfeiler im Hunde-Alltag.

Erfahrungsgemäss macht es Sinn, mit dem Welpen die Mutter und den Züchter in den ersten drei Wochen nach der Übernahme zu besuchen. Es schafft so eine innere Balance für den Welpen und das Heimweh (Heidi-Syndrom) kann gelindert werden.

Der Welpe ist mit der Sicherheit, dass seine Mama noch lebt, eher bereit, sich auf Neues einzulassen.

Nach all diesen Erkenntnissen wird klar, dass man Welpen, die ortsgebunden sind, ihre Familie verloren haben, noch keine Bindung entwickelten, nicht auch noch zusätzlich an einen anderen Ort mit fremden Menschen bringt, um dort mit total fremden Artgenossen in einer fremden Umgebung «spielen» zu können.

Welpen orientieren sich an ihrer Familie. Die Mama übernimmt die Vorbild-Vertrauens-Rolle und zeigt ihren Kleinen, wie man wo auf was reagieren muss, um unbeschadet durchs Leben zu kommen. Sie behütet die Kleinen und hält Gefahren von ihnen fern. Sie tröstet, pflegt, spielt und ist liebevoll konsequent verständlich sowie frei von Gewalt.

Genau diese Anforderungen werden nun an die selbst gewählte Rolle des Adoptiv-Menschen gestellt, wenn er einen fremden Welpen übernimmt.

Es gilt, den Welpen in eine vertrauensvolle Bindung zu führen. Dazu braucht es Zeit, Geduld, Beobachtungsgabe, Ruhe, Empathie.

Eine sinnvoll verbrachte Welpenzeit schafft die Basis für das spätere, entspannte Zusammenleben im ganz normalen Alltag.

Ein Hund, welcher Zutrauen gelernt hat, wird mit seinem Adoptiv-Menschen später auch in den Aufzug oder in die Seilbahn einsteigen, er wird mit auf das Boot kommen oder über den Bahnhof laufen können, ohne dass er dies in den ersten Lebenswochen je geübt hat. So, geht Bindung.

Im Kurs «Welpenbegleitung» lernen Sie mit dem kleinen Welpen die ersten gemeinsamen Schritte auf dem Weg in eine vertrauensvolle Zukunft und zwar dort, wo der Alltag wirklich stattfindet.

Dieser Kurs wird in Einzellektionen an das jeweilige Team angepasst.

Kursinhalt

  • Ausdrucksverhalten und Körpersprache verstehen
  • Körperlichkeit verstehen lernen
  • Bedürfnisse des Welpen kennen und verstehen
  • Stress und seine Folgen
  • Angst und Aggression erkennen
  • Biss-Prävention
  • Sozialer Umgang mit anderen Hunden
  • Vertrauen aufbauen
  • Heranrufen
  • Brustgeschirr und Leinenhandling
  • etwas hergeben
  • nichts vom Boden essen
  • auf dem Weg bleiben
  • tragen und bringen fördern
  • warten
  • Umwelt mit allen Sinnen richtig einordnen
  • Antijagd-Training
  • Ruhe üben
  • Sinnvolle Beschäftigung

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